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Gedanken zur Jahreslosung 2026 - Wünsche für das neue Jahr

  • 1. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Seit einigen Jahren mache ich mir jeweils zum Jahresbeginn Gedanken über die jeweilige Jahreslosung. Die Losung für 2026 steht in der Offenbarung des Johannes: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).


In seiner Offenbarung schildert Johannes, von Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt, sehr bildreich, apokalyptische Visionen vom Ende der Welt. Er schreibt dies in einer Zeit als Christen, welche sich nicht dem Kaiserkult des Römischen Reichs unterwerfen wollten, mit aller Gewalt verfolgt worden sind. Er schreibt dies dabei nicht, um die Christen in Kleinasien zu verängstigen, sondern vielmehr, um ihnen Mut zu machen. Sie werden ermutigt, durchzuhalten. Allen Bedrängnissen, aller Not, allem Elend zum Trotz.


Genau das macht die Offenbarung auf eine besondere Art und Weise aktuell. Sind wir nicht auch die alltäglichen Bilder von Krieg, Zerstörung und Elend in der Welt leid? Jeden Tag die nahezu identischen Berichte von Drohnenangriffen in der Ukraine, vom Leid der Menschen im Gaza-Streifen. Sehen wir nicht auch mit wachsender Sorge, die Veränderungen, welche der Klimawandel immer offensichtlicher nach sich zieht? Sind wir nicht auch besorgt darüber, wie schnell ein amerikanischer Präsident national, wie international, politische Konstanten, welche zum Teil über Jahrzehnte Bestand hatten, aufkündigt oder zerstört? Wie an zu vielen Stellen Willkür und Sprunghaftigkeit Einzug erhalten? Nicht nur in den USA, sondern zunehmend auch bei uns in Europa. Ist es nicht beängstigend, wie oft wieder von einem möglichen Krieg in der Mitte Europas gesprochen wird? Befeuert wird das Alles nicht selten von Stimmungsmachern, welche nicht müde werden, alles Negative zu betonen und unser Land und die wirtschaftliche Lage in den Abgrund zu reden oder zu schreiben.


Das Alles kommt "on top" zu den alltäglichen Sorgen und Nöten der Menschen. Zu der möglichen Sorge um den Arbeitsplatz, zu bestehenden Erkrankungen mit vielleicht ungewisser Prognose, zu dem Verlust geliebter Menschen und vielem anderen mehr.

Viele Menschen macht das müde. Gerade das Weihnachtsfest, seine an sich frohe Botschaft, und der damit verbundene Appell "Fürchtet Euch nicht!" mochte da zuletzt für Viele nicht so recht in die Zeit passen. Wie soll man sich nicht fürchten, wenn die Situation an so vielen Stellen furchterregend ist oder zumindest scheint?


Und genau aus diesem inneren Zwiespalt holt uns der Text der Offenbarung ab. Darin heißt es:


Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.


Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.


Johannes formuliert hier die Hoffnung, welche aus dem Vertrauen auf Gott erwächst. Die Hoffnung und die Zuversicht auf etwas Neues. Etwas, auf dass es sich zu hoffen und zu vertrauen lohnt. Genau dies wird in der Jahreslosung 2026 zusammengefasst. In der Aussage oder viel mehr der Zusage „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“.


Aus dieser Zusage lässt sich neue Kraft schöpfen und neuer Mut. Möge sie uns helfen, dass wir uns nicht einschüchtern oder kleinmachen lassen von den Krisen und Problemen unserer Zeit. Dass wir nicht verzagen, sondern uns gemeinsam den Herausforderungen entgegenstellen.


In diesem Sinn wünsche ich ein frohes, glückliches und vor allem auch gesundes, neues Jahr und alles Gute für 2026!


(Motiv: Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen)

 
 
 

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oliver jauernig | dozent | autor | blogger

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